300 Jahre Maria Theresia

Strategin – Mutter – Reformerin

Die große Jubiläumsausstellung anlässlich des 300. Geburtstages von Maria Theresia beleuchtet Leben und Werk der „Kaiserin“. Die Maria Theresia Ausstellung findet von 15. März bis 29. November 2017 an vier Standorten in Wien und Niederösterreich statt. Als eine der herausragendsten Persönlichkeiten aus dem Hause Habsburg wurde die Herrscherin kurz nach ihrem Ableben (1780) zum Mythos. Die Ausstellung „300 Jahre Maria Theresia: Strategin – Mutter – Reformerin“ wirft einen facettenreichen Blick auf die Licht- und Schattenseiten der Regentin. Leben, Familie und politisches Werk werden beleuchtet und ihr Nachleben hinterfragt.

 

Geschichte mit Originalobjekten an Originalschauplätzen

Dass die große Sonderausstellung an mehreren Standorten in Kooperation zwischen der Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H (SKB) und dem Kunsthistorischen Museum Wien (KHM) stattfindet, macht die Jubiläumsausstellung zu einem besonderen Erlebnis. Dr. Franz Sattlecker, Geschäftsführer der SKB, erklärt: „Diese Ausstellung hat dank der Kooperation mit dem KHM-Museumsverband zwei große Stärken. Wir zeigen Geschichte mit Originalobjekten an Originalschauplätzen. An vier Standorten können wir diese spannende europäische Persönlichkeit gleichzeitig in all ihren Facetten beleuchten.“

 

Das Leitsujet der Ausstellung von Jean-Ètienne Liotard

Das Leitsujet der Ausstellung ist ein Pastellporträt Maria Theresias von Jean-Étienne Liotard. „Dieses Portrait Maria Theresias war das Ergebnis eines spontanen Zusammentreffens der Monarchin mit dem Künstler bei seinem ersten Aufenthalt in Wien 1743 und legte den Grundstein für zahlreiche Aufträge der Regentin und des Hofadels“, erläutert Dr. Elfriede Iby, Leiterin der Stabstelle Forschung & Dokumentation der Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. Es zeigt Maria Theresia als Privatperson ohne Herrschaftsinsignien und ist daher einzigartig.

Das berühmte Familienporträt von Martin van Meytens im Hofmobiliendepot • Möbel Museum Wien

Das berühmte, um 1754/55 datierte Familienporträt von Martin van Meytens zeigt den Kaiser Franz I. Stephan und Maria Theresia mit elf ihrer sechzehn Kinder: der im Juni 1754 geborene Ferdinand Karl liegt im Bettchen, neben ihm steht Maria Karolina, hinter ihm seitlich um einen Tisch Maria Josepha und Johanna Gabriela, hinter dem Tisch zwischen den beiden genannten Prinzessinnen Maria Amalia. Der etwa 13jährige Joseph im rotgoldenen Hofkleid wendet sich der Mutter im blauen Atlaskleid zu, dazwischen befinden sich Peter Leopold und dahinter Maria Elisabeth; Karl Joseph steht auf der anderen Seite der Kaiserin. Franz I. Stephan im spanischen Mantelkleid ist von den von den ältesten Töchtern Maria Anna in einem hellen rosa Kleid und Marie Christine in einem dunkelblauem Kleid umgeben. Die jüngsten Kinder des Kaiserpaares, Maria Antonia (1755) und Maximilian Franz (1756) sind auf dem Gemälde noch nicht vorhanden, wodurch eine genaue Datierung möglich ist. Das Familienporträt, das sich ansonsten im Schreibzimmer von Franz Karl im Schloß Schönbrunn befindet, wird für den Zeitraum der Ausstellung im Hofmobiliendepot • Möbel Museum Wien ausgestellt.

Die vier Ausstellungen, ihre Themen und Ihre KuratorInnen

Auf Schloss Hof und Schloss Niederweiden im niederösterreichischen Marchfeld sind „Bündnisse und Feindschaften“ sowie „Modernisierung und Reformen“ die großen Themen. „Als Politikerin ist Maria Theresia durchaus ambivalent“, bilanziert Karl Vocelka, Universitätsprofessor i. R. des Instituts für Geschichte der Universität Wien: „Kriege, Leid und Intoleranz prägten ihre Regierungszeit ebenso wie nachhaltig wirksame Reformen und eine zukunftsweisende Modernisierung des Staates“, so der Kurator der beiden Standorte.

Dr. Elfriede Iby kuratiert gemeinsam mit Dr. Werner Telesko die Ausstellung im Hofmobiliendepot Möbel Museum Wien. Unter dem Titel „Familie und Vermächtnis“ sind die große Familie Maria Theresias, ihre dynastische Heiratspolitik und das Schicksal ihrer Kinder zentrale Themenbereiche der Ausstellung. Ebenfalls wird das mariatheresianische Rokoko am Beispiel des Schlosses Schönbrunn präsentiert. „Wir beschäftigen uns aber auch mit ihrem Vermächtnis“, ergänzt Werner Telesko, Direktor des Instituts für kunst- und musikhistorische Forschungen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. „Wenn man sich mit dem Mythos der europäischen Regentin auseinandersetzt, ist die Bildpolitik ein ganz zentrales Thema.“

Die Kaiserliche Wagenburg Wien steht unter dem Motto „Frauenpower und Lebensfreude“. „Wir stellen Maria Theresias Lebensfreude, ihre ebenso opulenten wie publikumswirksamen Feste und ihre aus heutiger Sicht so besonders faszinierende Selbstdarstellung im Spannungsfeld zwischen weiblicher Identität und ‚männlicher‘ Herrschermacht vor“, berichtet Dr. Monica Kurzel-Runtscheiner, Direktorin der Kaiserlichen Wagenburg Wien. Durch eigens für die Ausstellung entwickelte visuelle Medien und eine raffinierte Lichtregie werden die märchenhaften Kutschen, Schlitten, Reitzeuge und Gewänder der Monarchin zu einem Erlebnis für alle Sinne.

Kuratoren:

Dr. Elfriede Iby, Univ.-Doz.Dr. Werner Telesko (Hofmobiliendepot ● Möbel Museum Wien)
Dr. Monica Kurzel-Runtscheiner (Kaiserliche Wagenburg Wien)
Prof. Dr. Karl Vocelka (Schloss Hof, Schloss Niederweiden)

Ausstellungsarchitektur:

Mag. Checo Sterneck (Hofmobiliendepot ● Möbel Museum Wien, Schloss Hof, Schloss Niederweiden)
architettura21, Tilo Perkmann (Kaiserliche Wagenburg Wien)